Warum ist eine zufällige Vorgabe besser, als auf eine Idee zu warten?
Weil das Warten auf eine Idee selbst ein Thema ist und sich genau so weit ausdehnt, wie du der Zeichnung Zeit gegeben hast. Aus zwanzig freien Minuten werden neunzehn Minuten Auswählen und eine Minute Panik. Eine Vorgabe kostet zehn Sekunden und übernimmt den Teil, der feststeckte — und das ist nicht das Zeichnen, sondern die Entscheidung, was gezeichnet wird.
Eine Vorgabe von außen lässt sich außerdem schwerer neu verhandeln als eine, die du dir selbst gesetzt hast. Du kannst dir ausreden, Hände zu zeichnen. Dem Rad etwas auszureden ist schwerer, und das ist derselbe Grund, aus dem eine WG ihren Putzplan auslost, statt ihn zu beschließen.
Was macht eine Vorgabe brauchbar und nicht nur zufällig?
Eine brauchbare Vorgabe nennt etwas, das du ansehen kannst. „Ein Drache“ ist ein Genre und gibt dir das leere Blatt mit Umweg zurück; „deine Hand“ liegt vor dir, hat Licht und Schatten und lässt sich nicht so falsch machen, dass du es nicht merkst. Konkret schlägt interessant, und beobachtbar schlägt ausgedacht, solange das Problem das Anfangen ist.
Sie sollte auch in die Zeit passen, die du hast. Setz Vorgaben auf den Rand, die in einer Sitzung fertig werden — ein Gegenstand, eine Ansicht, eine Figur — und halte die, die einen Nachmittag brauchen, auf einem eigenen Rad. Eine Vorgabe, die du auf halbem Weg liegen lässt, bringt weniger als eine kleine Zeichnung, die fertig geworden ist.
Wie baust du ein Rad um das herum, was dir nicht liegt?
Gewichte es hoch. Wenn Hände und Gesichter die zwei sind, um die du herumzeichnest, gib ihnen je drei Segmente und allem anderen eines: Sie kommen doppelt so oft, wie der Zufall sie schicken würde, und der Rand zeigt diese Absicht offen, statt sie in einer Liste zu verstecken, die du bei guter Laune geschrieben hast.
Halte das Rad klein und schreib es alle paar Wochen neu. Sechs Vorgaben, die du wirklich zeichnest, sind mehr wert als vierzig, an denen du vorbeiscrollst, und die, vor denen du keinen Respekt mehr hast, haben ihre Arbeit getan — nimm sie herunter und setz das Nächste darauf, um das du bisher herumkommst.
Wofür lässt sich dieses Rad noch nutzen?
Es ist das Glücksrad mit Vorgaben darauf, Gewichtungen funktionieren hier also wie überall. Für die Variante, die Kinder spielen — zeichne etwas mit dem Buchstaben —, ist das Buchstabenrad die andere Hälfte.
Wenn nicht das Blatt leer ist, sondern der Nachmittag, sind die Ideen gegen Langeweile dieselbe Sache eine Nummer größer. Eine Liste mit Tieren statt Motiven macht daraus ein Glücksrad mit Tieren.